Nöte, Bedürfnisse und Anliegen, Meinungen, Vorschläge und Forderungen des „gemeinen“ Bürgers sind bei der Herrschaft in Politik und Wirtschaft nur das Brüllen der Schafe und Lämmer, die man zur Schlachtbank führt. Sobald missbilligendes Murren zu laut, Kritik zu bedrohlich, zu öffentlich wird, werden die Hörner beschwichtigend getätschelt. Ansonsten sollen sie doch blöken und brüllen in ihren Ställen. Den Jungen kann man noch vorgaukeln, dass sie ernst genommen werden. Die Großen treten auch gerne mal mit den Hufen dorthin wo es weh tut.
Montag, 23. März 2015
Lämmerlich...
Nöte, Bedürfnisse und Anliegen, Meinungen, Vorschläge und Forderungen des „gemeinen“ Bürgers sind bei der Herrschaft in Politik und Wirtschaft nur das Brüllen der Schafe und Lämmer, die man zur Schlachtbank führt. Sobald missbilligendes Murren zu laut, Kritik zu bedrohlich, zu öffentlich wird, werden die Hörner beschwichtigend getätschelt. Ansonsten sollen sie doch blöken und brüllen in ihren Ställen. Den Jungen kann man noch vorgaukeln, dass sie ernst genommen werden. Die Großen treten auch gerne mal mit den Hufen dorthin wo es weh tut.
Freitag, 20. März 2015
DIE ANGST ZU FLIEGEN
listen to: the cure- pictures of you
unter mir gähnte ein Schlund
gefüllt mit Unwägbarkeiten
mit Bedenken, Zweifeln und Leiden;
ein Land voller Schatten
die keine Chance auf ein Leben hatten.
Hätte ich doch Schwingen,
die mich ans nächste Ufer bringen;
hätte ich den Mut zu springen,
die dunkle Furcht zu bezwingen.
Denn am Horizont sah ich ein Licht
und zurück konnte ich nicht.
Ich stand dort nicht allein
doch zusammen konnten wir nicht sein.
Es war deine zitternde Hand
die mich in der Dunkelheit fand
und bat den nächsten Schritt zu wagen,
dich zu lieben ohne zu fragen.
Doch die Angst zu fliegen
konnte ich nicht besiegen,
denn hinter mir standen Leute,
eine gierige geifernde Meute,
die warnend zu mir sprach,
dass du mich nicht halten wirst,
mein Herz an den Klippen zerbirst,
und mein Mut zerbrach.
Ich war zu lahm, um zu gehen
zu schwach um bei dir zu stehen.
So fiel ich unendlich tief,
dorthin, wo meine Sehnsucht schlief
und der Welt gänzlich unbekannt
ihr verschwiegenes Grab fand.
Und ich verlor mein Herz
irgendwo zwischen Himmel und Erde;
und als ich an den Ort zurückkehrte
an dem wir uns einst verloren
fand ich nur meinen Schmerz,
in der einen dunklen Nacht geboren
die zu plötzlich kam
und uns alle Worte nahm.
Glauben kannst du in der Kirche...
„Ach du glaubst?“ Fragt mein Mann, und deutet mit erhobenem Zeigefinger Richtung Kirche. „Dort kannst du glauben. Hier,“ und sein erhobener Finger pocht heftig auf das Blatt Papier in meinen Händen, „musst du dir sicher sein!“ Ausrufezeichen! „Sicher sein, was du sagen willst und dahinter stehen - mit Ausrufe- oder Fragezeichen, aber in jedem Fall müssen die Worte, die Inhalte, Aussagen und Wortspielereien kompromisslos eigenständig deine eigenen sein. Alles andere kannst du gleich in den Papierkorb befördern.“
Ich zerknülle meinen Frust, mein Selbstmitleid, meine Zweifel und Besorgnis und befördere sie direkt in die Tonne und denke: Danke Mann <3, für deinen erhobenen Zeigefinger, der in diesem Fall der höchste Inbegriff von Liebe und Vertrauen ist. Und ich schreibe…
Der Seemann (Rausch II)
Im Dunkel der Hafenschenke
sitzt einsam auf einem der Bänke
ein Seemann mit grauem Bart
heimatlos, war stets nur auf Fahrt.
Nach Tagen und Jahren auf See,
kaum noch Taler im Portmonee
verlangt des Matrosen Seele
gleich seiner trockenen Kehle
nach einem gefüllten Glas,
das ihn stürzt ins kühle Nass.
Es schmeckt so unendlich gut
wenn diese schäumende Flut
in durstige Adern rauscht
und Alltag gegen Träume tauscht.
Der Seemann sucht irgendwo Halt
denn die Träume sind schon zu alt
den Anker hat er längst verloren
hat zu viele Träume tot geboren.
Wenn Ebbe dem Rausche nun weicht
werden rasch seine Lasten leicht.
Er lacht und bleibt doch ganz allein,
wenn all der schwere dunkle Wein,
in seinen müden Körper fließt
dort totgeglaubte Blüten gießt.
Er lacht sich trunken eine Welt
die ihm die düstere Nacht erhellt.
Doch ist es nur für kurze Zeit,
dass ihn der Rausch vom Tag befreit.
Sind wir nicht oft dem Seemann gleich,
an Lasten und an Freuden reich?!
Wir fahren täglich übers Meer
und tun uns doch am Segeln schwer…
sitzt einsam auf einem der Bänke
ein Seemann mit grauem Bart
heimatlos, war stets nur auf Fahrt.
Nach Tagen und Jahren auf See,
kaum noch Taler im Portmonee
verlangt des Matrosen Seele
gleich seiner trockenen Kehle
nach einem gefüllten Glas,
das ihn stürzt ins kühle Nass.
Es schmeckt so unendlich gut
wenn diese schäumende Flut
in durstige Adern rauscht
und Alltag gegen Träume tauscht.
Der Seemann sucht irgendwo Halt
denn die Träume sind schon zu alt
den Anker hat er längst verloren
hat zu viele Träume tot geboren.
Wenn Ebbe dem Rausche nun weicht
werden rasch seine Lasten leicht.
Er lacht und bleibt doch ganz allein,
wenn all der schwere dunkle Wein,
in seinen müden Körper fließt
dort totgeglaubte Blüten gießt.
Er lacht sich trunken eine Welt
die ihm die düstere Nacht erhellt.
Doch ist es nur für kurze Zeit,
dass ihn der Rausch vom Tag befreit.
Sind wir nicht oft dem Seemann gleich,
an Lasten und an Freuden reich?!
Wir fahren täglich übers Meer
und tun uns doch am Segeln schwer…
Donnerstag, 5. März 2015
a b c d E...intritt frei...
Lieber Herr E. (hier könnte sicher jeder Buchstabe des Alphabets stehen...), Mann mit gebügelten Hosen und schmutziger Weste,
gerne würde ich ihr H. und P. all den Kindern zum Fraß vorwerfen, die hungern und leiden, ihre Seele und ihren Körper für einen Funken Hoffnung am Horizont verkaufen; die aufgrund Ihrer richterlich verbrieften „Unschuld“ alles – Seele, Achtung, Hoffnung, Leben… verlieren. Diese Kinder sind nicht nur irgendwelche Motive; sie sind Kinder – verkauft, und dank Ihnen auch verloren und vergessen. Nicht ein Wort des reuigen Mitgefühls, der Anteilnahme oder Be-, geschweige denn Achtung verlässt Ihre Lippen. Sie fordern Absolution, denn Sie gehören nicht zu den Schlimmsten der Schlimmen, Sie sind nur stiller Teilhaber, der seine Mittäterschaft verschleiern kann; und doch sind Sie der Grund für all die Grausamkeiten, die durch Ihre Taten erst ermöglicht werden. Ohne Käufer kein Markt...
Ich finde kaum Worte für meinen Zorn, darüber, wie hier Wölfe Schafen ihre Felle stehlen, damit wohl gewärmt den Winter überstehen, um danach weiter zu wildern. Doch ich bin sicher, es wird einen Winter für Sie geben, in dem Sie bitterlich frieren werden, und kein Schaf wird Ihnen Ihren verlogenen A. wärmen.
Dienstag, 3. März 2015
vergessen verloren verkauft
Du sitzt auf der Straße
und frühstückst Abgase
hoffst dir schenkt der Tag
jemanden, der dich mag
oder nur kleine Almosen
aus den Taschen gebügelter Hosen.
Irgendwann kommt ein Mann
der dich nicht retten kann
und dir doch verspricht
es sei seine Absicht
dich in warme Decken zu hüllen
und deine Träume zu erfüllen.
Du bist noch so klein
vergessen, verloren, allein
ergreifst du diese Hand
die ein billiges Opfer fand
zwischen Tränen und Schmutz
leichte Beute, ohne Leben, ohne Schutz.
Irgendwo wachst du auf
als Ware, frei zum Verkauf
für die Herren und Damen
die dir längst dein Leben nahmen
weil sie sehen und wissen
dieses Kind wird niemand vermissen.
Du fragst dich noch wann
gibt der hässliche Mann
was er dir damals versprach
bevor er deine Seele zerbrach
dich verlockte, verkaufte, belog
und um deine letzten Träume betrog.
Irgendwann fragst du nicht mehr
denn dein Schmerz ist tot und leer
selbst wenn dich irgendwer findet
und all deine Wunden verbindet
ist da kaum mehr als ein Leib ohne Sein
verloren, missbraucht und allein.
Hier endet deine Geschichte
als Motiv für traurige Gedichte
die dir weder Hoffnung oder Leben
noch Nahrung oder Liebe geben
weil es nur Worte sind
flüchtig wie der Wind
der durch die schmutzigen Straßen weht
in denen dein Leben viel zu schnell vergeht.
Samstag, 24. Januar 2015
In den Straßen der Stadt
In jeder Sekunde findet Verschwiegenes statt,
von dem wir kaum ein Flüstern vernehmen.
Es kriecht durch die Straßen der Stadt
wie geisterhafte Schemen
vor denen der Redliche flieht
denn die Not, die an jeder Ecke kniet
füttert die Angst sich zu infizieren
also lässt er sich dressieren
im Gleichschritt zu marschieren.
Es schleichen unerhörte Geschichten
durch die Straßen der Stadt
über die die Massen richten
die zu dick sind und zu satt
und in lautstarken Reden und Gedanken
mit großen Mäulern und Pranken
mit Sprüchen, Versen und Chören,
die Stille übertönen und zerstören
damit wir das Flüstern nicht mehr hören.
Leise Hoffnungen, die mehr den Tod
als das Leben streifen,
die in ihrer fernen Not
nach dürren Strohhalmen greifen,
hauchen schwache Atemstöße,
ungewollte Bilder ihrer hilflosen Blöße
auf unsere Mattscheiben
doch um die Massen auf die Straßen zu treiben
braucht es das rechte Maß
an Identität, Eintracht und Ablass,
gepaart mit Kontroversen, Kontrasten und Hass.
Der Karneval tönt laut,
wenn sich Teufel und Engel maskieren,
und einer dem anderen die Seelen klaut,
sie sich mit Fratzen brüskieren,
auf bunten Wagen miteinander tanzen
und hinterrücks mit Lanzen
blutig nieder stechen,
ganz ohne die Moral zu brechen,
Verbrechen ist nicht gleich Verbrechen.
von dem wir kaum ein Flüstern vernehmen.
Es kriecht durch die Straßen der Stadt
wie geisterhafte Schemen
vor denen der Redliche flieht
denn die Not, die an jeder Ecke kniet
füttert die Angst sich zu infizieren
also lässt er sich dressieren
im Gleichschritt zu marschieren.
Es schleichen unerhörte Geschichten
durch die Straßen der Stadt
über die die Massen richten
die zu dick sind und zu satt
und in lautstarken Reden und Gedanken
mit großen Mäulern und Pranken
mit Sprüchen, Versen und Chören,
die Stille übertönen und zerstören
damit wir das Flüstern nicht mehr hören.
Leise Hoffnungen, die mehr den Tod
als das Leben streifen,
die in ihrer fernen Not
nach dürren Strohhalmen greifen,
hauchen schwache Atemstöße,
ungewollte Bilder ihrer hilflosen Blöße
auf unsere Mattscheiben
doch um die Massen auf die Straßen zu treiben
braucht es das rechte Maß
an Identität, Eintracht und Ablass,
gepaart mit Kontroversen, Kontrasten und Hass.
Der Karneval tönt laut,
wenn sich Teufel und Engel maskieren,
und einer dem anderen die Seelen klaut,
sie sich mit Fratzen brüskieren,
auf bunten Wagen miteinander tanzen
und hinterrücks mit Lanzen
blutig nieder stechen,
ganz ohne die Moral zu brechen,
Verbrechen ist nicht gleich Verbrechen.
Mittwoch, 7. Januar 2015
Menschen/ge/wesen
Der Mensch ist zu sehr Mensch, um menschlich zu sein,
in dem Sinne, dass menschlich als Synonym für Achtsamkeit, Respekt und Liebe gilt;
er ist gemein, brutal, achtlos, hässlich und hasserfüllt;
er rechnet, kalkuliert, plant und züchtet Tatsachen, die seinesgleichen dahin leitet Taten zu gebären, die noch den letzten Rest an Hoffnung, Mitgefühl, Nächstenliebe ausrotten...
Menschlichkeit stirbt in einem Trümmerfeld zerworfener Hoffnungen und Träume;
Leichen pflastern den Weg in eine Welt, in der Menschen ihrem Nächsten das nicht gönnen, was sie sich selbst erhoffen und erwarten - Toleranz, Respekt, Menschlichkeit.
in dem Sinne, dass menschlich als Synonym für Achtsamkeit, Respekt und Liebe gilt;
er ist gemein, brutal, achtlos, hässlich und hasserfüllt;
er rechnet, kalkuliert, plant und züchtet Tatsachen, die seinesgleichen dahin leitet Taten zu gebären, die noch den letzten Rest an Hoffnung, Mitgefühl, Nächstenliebe ausrotten...
Menschlichkeit stirbt in einem Trümmerfeld zerworfener Hoffnungen und Träume;
Leichen pflastern den Weg in eine Welt, in der Menschen ihrem Nächsten das nicht gönnen, was sie sich selbst erhoffen und erwarten - Toleranz, Respekt, Menschlichkeit.
Samstag, 27. Dezember 2014
Der verbotene Wald
Jenseits der alltäglichen Welt,
die unsere Geschichten nur flüchtig erzählt,
führen Wege, verschlungen und alt,
in einen dunklen, verbotenen Wald;
Dorthin, wo sich nur diejenigen wagen,
die Fragen in ihren Herzen tragen,
auf die der Tag keine Antworten kennt,
und die kaum einer beim Namen nennt.
Ich hatte Angst dorthin zu gehen,
auf den Grund meiner Seele zu sehen;
hatte Angst vor all den Schrecken
die geifernd meine offenen Wunden lecken.
Doch mir blieb nur die Wahl
zwischen Unwissenheit oder Qual.
Vielleicht wäre es meiner Suche Ende,
wenn ich dort im Dunkel Geschichten fände.
Denn in des Waldes finsterer Ferne,
wo niemals das Licht der Sterne
geschwärzte Gedanken erhellt,
wo Trauer Seelen wie Bäume fällt,
lag mein sterbendes Herz begraben,
bewacht von sieben schwarzen Raben.
Ich nahm, was mir geblieben war
und folgte dem Ruf der Rabenschar.
wählte den Pfad der Fragen,
die wie welke Blätter auf den Wegen lagen.
Zwischen Gräbern fand ich den Ort,
an dem ich das Gestern verlor,
die Raben waren schon fort,
doch unter moosgrünem Flor
pochte mein einsames Herz
es bebte und schrie vor Schmerz.
Ich befreite es von all der Erde,
die seinen Atem beschwerte.
Doch dort wo der Tod regiert,
nur noch tote Träume gebiert,
führt kein Weg ins Leben zurück
und Vergessen bedeutet Glück.
Ich fand keinen Weg aus dem Wald.
Mein Leben - einsam und kalt -
erstarb, das Herz in der Hand
bis eines Nachts ein Mutiger es fand,
dessen Suche ihn dorthin führte
wo mein verloren‘ Herz das seine berührte.
Freitag, 28. November 2014
Should I stay or should I go...
"Darling, you gotta let me know,
should i stay or should i go?"
Besucher sehen
Besucher schweigen
Besucher gehen
Besucher zeigen
keine Resonanz -
anonyme Distanz.
Warum sollte hier noch etwas stehen,
wenn sie einfach darüber hinweg gehen?
Should I stay or should I go now?
Donnerstag, 20. November 2014
Dienstag, 18. November 2014
Kunst
| Bildquelle: Postkarte von Timm Ulrichs; fotografiert von Ellen Poerschke (abfotografiert und bearbeitet) |
Die Kunst ist ein Tier
das auf Instrument, Leinwand oder Papier
animalisch seine Krallen wetzt
nackte Blätter mit Blut und Tränen benetzt
apathisch zwischen Zeilen verharrt
uns mit poetischen Antagonismen narrt
ekstatisch durch Emotionen tost
voller Inbrunst symphonisch liebkost
sich störrisch gegen Normen wehrt
von nostalgischen Erinnerungen zehrt
nach utopischen Rahmen verlangt
zynisch um die Zukunft bangt
manchmal ängstlich, fast filigran
unter Enten ein schüchterner Schwan
in jungen Jahren praktisch verkannt
neidisch hässliches Entlein genannt
bevor sie prachtvoll erblüht
und sich nicht mehr müht
der König der Tiere zu sein
denn sie kann allein
nur Spuren hinterlassen
wo sie niemand fassen
sondern erleben will
für all die anderen schweigt sie still.
Donnerstag, 6. November 2014
TRaum
Ich schleiche in den Keller
schließ‘ hinter mir die Türen
mein Herz klopft schnell und schneller
will hier ein Feuer schüren.
Im Schoß der Dämmerung ruht
ein Traum ganz tief verborgen
er lodert in der Glut
und wärmt mich bis zum Morgen.
ein Traum ganz tief verborgen
er lodert in der Glut
und wärmt mich bis zum Morgen.
Die Bilder in den Flammen
verbrennen meine Haut
verbrennen auch den Rahmen
der ihnen Grenzen baut.
verbrennen meine Haut
verbrennen auch den Rahmen
der ihnen Grenzen baut.
Die helle Feuersbrunst
frisst sich bis unters Dach
verstörend beißt ihr Dunst
mir Wunden hundertfach.
frisst sich bis unters Dach
verstörend beißt ihr Dunst
mir Wunden hundertfach.
Gleich aus des Brandes Schoß
entsteigt die Illusion
gebiert mir makellos
des Wunschbilds schönsten Sohn.
entsteigt die Illusion
gebiert mir makellos
des Wunschbilds schönsten Sohn.
Schreibt seine Feuerzeichen
wie Sterne in die Nacht
doch wird sein Antlitz weichen
sobald der Tag erwacht.
wie Sterne in die Nacht
doch wird sein Antlitz weichen
sobald der Tag erwacht.
Jäh endet dieser
Traum
entschwindet Stück für Stück
ich schließ den dunklen Raum
und kehr ins Jetzt zurück.
entschwindet Stück für Stück
ich schließ den dunklen Raum
und kehr ins Jetzt zurück.
friendship
Friendship is a kind of love
Love is a kind of belief
belief is a kind of trust
trust is a kind of sense
sense is a kind of feeling
feeling is a kind of being
being is myself
so my friends are a part of me.
Until we have the sense
to trust in belief
and love to be
with each other.
Sonntag, 26. Oktober 2014
Sehnsucht I
Sehnsucht ist das Verlangen
wieder um Träume zu bangen
wenn die Zukunft
am Baum der Erkenntnis reift
und die Vernunft
nach Illusionen greift.
Donnerstag, 16. Oktober 2014
Aphorismus
Es gibt zu Viele, die etwas zu sagen hätten und keine Worte finden, den Mangel und den Überschuss an Leben und Tod zu erfassen, der sie umfängt.
Es gibt zu Viele, die Nichts zu erzählen haben, dafür aber zu viele Worte finden, und den Mangel an Leben und Tod, der sie umfängt, in einem Überschuss an Belanglosigkeiten zu erfassen versuchen.
Es gibt zu Viele, die Nichts zu erzählen haben, dafür aber zu viele Worte finden, und den Mangel an Leben und Tod, der sie umfängt, in einem Überschuss an Belanglosigkeiten zu erfassen versuchen.
Menschwesen - Menschgewesen (Kultur versus Natur II)
![]() |
| Bild: Deutsche Fotothek / Roger Rössing cc - bearbeitet |
Als Menschlichkeit, Humanität
gefühlt, gezüchtet, gepredigt, gesät
versteht der Mensch die Nächstenliebe
verortet sie jenseits „gottloser“ Triebe;
rühmt sich mit barmherzigen Taten
trägt Almosen in ärmliche Katen
in denen erst durch Menschlichkeit
Menschen erleiden unmenschliches Leid.
Denn wahrlich menschlich ist
dass der Stärkere den Schwächeren frisst
seinem Nachbarn das Futter neidet
gewissenlos auf fremden Weiden weidet
sein Verlangen als milde Wohltat tarnt
das die Schafe vor wilden Wölfen warnt;
die leibhaftige Bestie in des Schäfers Gewand
tötet meist gänzlich unerkannt.
Menschlichkeit ist letztendlich Metaphysik
innen hohl, und doch mächtig und dick
eine Vokabel, die umschreiben soll
der Mensch ist edel, tolerant, liebevoll
doch er kann darin weder das Seiende finden
noch sich seines Da-Seins entwinden
das ihn zum Gejagten oder zum Jäger macht
wenn das Tier im Menschen erwacht.
Der Mensch gibt sich tierische Namen
um des Menschen immanent infamen
Charakter mit Worten zu malen
doch wie kann er dann prahlen
klüger, reiner, liebenswerter zu sein
als ein Schaf, Esel, Wolf oder Schwein?
Was ist der Menschheit geblieben
außer ihren Sünden, derer sind sieben?
Eitelkeit, Wollust, Rachsucht und Neid
Habgier, Hochmut und Maßlosigkeit.
Den Mächtigen macht Letztere reich
und der Schwächling tut es ihm gleich
wenn er all die Möglichkeiten entdeckt
sobald er den Kopf aus dem Moder reckt
Ruhm, Wohlstand und Wonne zu erreichen
denn dafür geht der Mensch über Leichen.
Sind die Menschen nicht längst schon Schatten
einer Identität, die sie moralisch hatten
Krüppel einer sterbenden Kultur
die sich einst erhob über die Natur
die sie als Krankheit identifizierte, sezierte
und der sie das eigene Herz amputierte
um ganz nüchtern zu kalkulieren
wer darf leben, wer muss krepieren.
So stirbt das „Menschliche“ im Wesen,
hantiert heuchlerisch mit müden Thesen
versucht schmutzige Westen reinzuwaschen
füllt heimlich seine schmutzigen Taschen
mit dem Obolus der Todgeweihten
auf deren Rücken ganze Heere reiten
in ein wüstes Land ohne Gewissen
in dem sie nichts als Menschlichkeit vermissen.
Doch der Mensch hat nicht bedacht
dass am Ende der Dritte im Bunde lacht.
Wenn er durch die Städte und Länder streicht
fällt ihm seine leidvolle Arbeit zu leicht.
Seine Sense mäht Seelen wie reifes Korn
denn der Menschen ureigener eitler Zorn
bietet ihm, dem Sensenmann
jeden Tag tausend Opfer an.
gefühlt, gezüchtet, gepredigt, gesät
versteht der Mensch die Nächstenliebe
verortet sie jenseits „gottloser“ Triebe;
rühmt sich mit barmherzigen Taten
trägt Almosen in ärmliche Katen
in denen erst durch Menschlichkeit
Menschen erleiden unmenschliches Leid.
Denn wahrlich menschlich ist
dass der Stärkere den Schwächeren frisst
seinem Nachbarn das Futter neidet
gewissenlos auf fremden Weiden weidet
sein Verlangen als milde Wohltat tarnt
das die Schafe vor wilden Wölfen warnt;
die leibhaftige Bestie in des Schäfers Gewand
tötet meist gänzlich unerkannt.
Menschlichkeit ist letztendlich Metaphysik
innen hohl, und doch mächtig und dick
eine Vokabel, die umschreiben soll
der Mensch ist edel, tolerant, liebevoll
doch er kann darin weder das Seiende finden
noch sich seines Da-Seins entwinden
das ihn zum Gejagten oder zum Jäger macht
wenn das Tier im Menschen erwacht.
Der Mensch gibt sich tierische Namen
um des Menschen immanent infamen
Charakter mit Worten zu malen
doch wie kann er dann prahlen
klüger, reiner, liebenswerter zu sein
als ein Schaf, Esel, Wolf oder Schwein?
Was ist der Menschheit geblieben
außer ihren Sünden, derer sind sieben?
Eitelkeit, Wollust, Rachsucht und Neid
Habgier, Hochmut und Maßlosigkeit.
Den Mächtigen macht Letztere reich
und der Schwächling tut es ihm gleich
wenn er all die Möglichkeiten entdeckt
sobald er den Kopf aus dem Moder reckt
Ruhm, Wohlstand und Wonne zu erreichen
denn dafür geht der Mensch über Leichen.
Sind die Menschen nicht längst schon Schatten
einer Identität, die sie moralisch hatten
Krüppel einer sterbenden Kultur
die sich einst erhob über die Natur
die sie als Krankheit identifizierte, sezierte
und der sie das eigene Herz amputierte
um ganz nüchtern zu kalkulieren
wer darf leben, wer muss krepieren.
So stirbt das „Menschliche“ im Wesen,
hantiert heuchlerisch mit müden Thesen
versucht schmutzige Westen reinzuwaschen
füllt heimlich seine schmutzigen Taschen
mit dem Obolus der Todgeweihten
auf deren Rücken ganze Heere reiten
in ein wüstes Land ohne Gewissen
in dem sie nichts als Menschlichkeit vermissen.
Doch der Mensch hat nicht bedacht
dass am Ende der Dritte im Bunde lacht.
Wenn er durch die Städte und Länder streicht
fällt ihm seine leidvolle Arbeit zu leicht.
Seine Sense mäht Seelen wie reifes Korn
denn der Menschen ureigener eitler Zorn
bietet ihm, dem Sensenmann
jeden Tag tausend Opfer an.
Freitag, 19. September 2014
G.Affen
Ich sehe dich hinter Glas
und frage mich was
willst du entdecken
in meinem toten Blick?
Würde es dich erschrecken
den unsichtbaren Strick
um meinen Hals zu sehen
und das stumme Flehen
wenn ich mich abwende
und meine Hände
sich im Schoß verstecken
um meine Blöße zu bedecken
die du unverhohlen angaffst
während du über mich lachst
wenn ich turne für Bananen
dein Synonym für die profanen
Begehren minderwertiger Arten
die nur darauf warten
sich den Ketten zu fügen
als wäre es ein Vergnügen
seinen Ursprung zu vergessen
nur um schale Früchte zu essen
gefangen zu sein
isoliert und allein
in einer Kammer aus Stein
die mich scheinbar schützt
in Wahrheit nur dir nützt
mich weiter anzustarren
und in dem Glück zu verharren
mich gerettet zu haben
aus des Elends Graben
während deine Freunde
meine Freunde
erschießen
siehst du keine Tränen fließen
über mein erstarrtes Gesicht
das im kargen Neonlicht
keine Aussicht mehr hat
an ihrer statt
die Neu-Gier in deinem Blick.
um den Hals einen Strick
an dem ich mich hoffentlich erhänge
während du im Gedränge
der Zuschauer verschwindest
und dir deinen Strick bindest;
denn was ich in deinen Augen las
war nicht viel mehr als ein Leben hinter Glas.
Freitag, 25. Juli 2014
Montag, 14. Juli 2014
Absturz
Es stürzte vor Jahren
aus schwindelnden Höhen
ein Gefühl auf den Boden der Tatsachen.
Es wusste nicht um die Gefahren
Es wusste nicht um die Gefahren
um die Winde und Böen,
die aus Gefühlen Leichen machen.
Es tanzte am Abgrund
Es tanzte am Abgrund
wollte den Vögeln gleich
bis zur Sonne fliegen.
Es schlug sich alle Glieder wund
Es schlug sich alle Glieder wund
blieb wimmernd und bleich
auf dem Grund meines Herzens liegen.
Flieg, rief ich, flieg
Flieg, rief ich, flieg
doch sein Leben verrann
und es schloss seine Lider
bis es still schwieg.
Ich flüsterte, wann
wann kehrst du denn wieder?
Nimmermehr...
bis es still schwieg.
Ich flüsterte, wann
wann kehrst du denn wieder?
Nimmermehr...
Dienstag, 22. April 2014
Zwischenwelt
In der Welt existiert eine Welt
in der Finger zu Füßen werden
Symbole ersetzen Gebärden
und es gefällt
die Welt im Bildschirm zu sehen
ans andere Ende zu gehen
ohne aufzustehen.
Es ist angenehm bequem
sich irgendwo hinzudenken
irgendwie abzulenken
Nichtigkeit, Glück und Problem
in Bildern und Zeilen
mit Artgenossen zu teilen
in einer Zwischenwelt zu verweilen.
Alles ist möglich
doch nichts ist gewiss
außer der nackten Erkenntnis
diese Welt ist endlich
belebt nur in dem Moment
in dem ein Anderer Argument
oder Amüsement erkennt.
Diese Welt übersteht
so kaum eine Nacht
was heute gedacht
ist morgen verweht
nur noch Teil einer Chronik
die keiner mehr liest
sobald der Augenblick
das Fenster schließt.
in der Finger zu Füßen werden
Symbole ersetzen Gebärden
und es gefällt
die Welt im Bildschirm zu sehen
ans andere Ende zu gehen
ohne aufzustehen.
Es ist angenehm bequem
sich irgendwo hinzudenken
irgendwie abzulenken
Nichtigkeit, Glück und Problem
in Bildern und Zeilen
mit Artgenossen zu teilen
in einer Zwischenwelt zu verweilen.
Alles ist möglich
doch nichts ist gewiss
außer der nackten Erkenntnis
diese Welt ist endlich
belebt nur in dem Moment
in dem ein Anderer Argument
oder Amüsement erkennt.
Diese Welt übersteht
so kaum eine Nacht
was heute gedacht
ist morgen verweht
nur noch Teil einer Chronik
die keiner mehr liest
sobald der Augenblick
das Fenster schließt.
Samstag, 15. März 2014
Nächtliche Besuche
Nächtliche Besuche
Du kamst in meinen Traum gekrochen
als hättest du den Wunsch gerochen
den jeder tiefe Atemzug...
schwer seufzend in die Nachtluft trug.
Ich konnte deinen Atem spüren
und deine warme Haut berühren
doch wollte ich dich halten
schlug mein Traum plötzlich Falten.
Ich sah dich in des Mondes Licht
doch dein Gesicht, das sah ich nicht.
Der Rausch währte nur diese Nacht
hab dich ja nur im Traum erdacht.
Am Morgen warst du nicht mehr da
was heute Nacht ganz still geschah
wird ewig mein Geheimnis sein
am Abend schlaf ich wieder ein…
allein…
Du kamst in meinen Traum gekrochen
als hättest du den Wunsch gerochen
den jeder tiefe Atemzug...
schwer seufzend in die Nachtluft trug.
Ich konnte deinen Atem spüren
und deine warme Haut berühren
doch wollte ich dich halten
schlug mein Traum plötzlich Falten.
Ich sah dich in des Mondes Licht
doch dein Gesicht, das sah ich nicht.
Der Rausch währte nur diese Nacht
hab dich ja nur im Traum erdacht.
Am Morgen warst du nicht mehr da
was heute Nacht ganz still geschah
wird ewig mein Geheimnis sein
am Abend schlaf ich wieder ein…
allein…
Donnerstag, 6. März 2014
Tagebuch, Memoiren, Kleiderschneiderei...
Es gab eine Zeit, in der ich versuchte Tagebuch zu schreiben. Weil auch ich irgendwie diesen vertrauten geheimen Freund haben wollte, dem ich alles anvertrauen kann.
Aber es blieb bei ein paar kläglichen Versuchen. Das Alltägliche erschien mir zu banal, als dass es wert gewesen wäre die schönen, filigran mit Efeuranken verzierten Seiten mit Trivialität zu besudeln. Und für das wirklich Große schienen mir meine Worte zu einfältig.
Irgendwie wusste ich nicht wie das ging. Ich hatte das Gefühl etwas tun zu müssen, für das ich nicht bereit war. Vielleicht muss ich das hiermit - irgendwie - nachholen.
Heute ärgere ich mich, dass ich nicht die Ausdauer hatte beständig ein paar Stichworte darüber festzuhalten, wer ich damals war, wer ich sein wollte und somit auch, wie ich die wurde, die ich heute bin.
So bleiben mir nur die verwaschenen, bruchstückhaften Erinnerungen, die sich zu einem mehr oder weniger realistischen Bild meiner Vergangenheit puzzeln. An manchen Stellen ist das Bild klar und deutlich, überzeichnet, grelle Farben schreien mich an; verlieren sich anderswo in dichten lichtlosen Schwaden, wabern wie grauweißer Nebel über die Leinwand, hinter dem kaum Umrisse zu erkennen sind. Wo, wer, mit wem war ich da? Entweder ich war zeitweise völlig weggetreten, oder es ist der ganz normale Lauf der Zeit Details zu verdrängen, zu vergessen… Aber warum schaffen es Menschen immer wieder ein detailliertes Werk ihres Lebens zu verfassen, genannt Memoiren? Wahrscheinlich hübscht sich ein jeder Erinnerungen mit gut klingenden Anekdoten auf.
Ich kann kaum glauben, dass man sich an derart viele Details erinnern kann. Jeder besitzt eine Art Verdrängungsmechanismus, der mehr oder weniger erfolgreich Erlebnisse, Erfahrungen, Gefühle und Gedanken in ein Kostüm kleidet, das einigermaßen passt; mit dem es sich gut gehen lässt, ohne, dass ständig etwas kratzt, ziept oder scheuert.
Doch wächst der Mensch beständig – vor und zurück, in die Breite, Höhe, Tiefe – und dies bedarf hin und wieder einen Kleider- und Kostümwechsel. Und wer sich sein Leben nicht als Fertiggericht im Supermarkt kaufen will, muss selbst Hand anlegen, Nadel und Faden in die Hand nehmen und lernen aus alten Flicken und neuen Stoffen ein Gewand zu schneidern, das ihn wärmt, schützt, umschmeichelt, und hoffentlich noch viel Platz bietet einem Frierenden ein Stück abzugeben.
Ich versuche noch immer zu lernen, wie sich die Stücke zu einem Ganzen zusammenfügen lassen, ohne dass hier und da eine Naht reißt.
Vielleicht bin ich heute bereit… zu erinnern, zu puzzeln, zu malen, zu nähen…
Aber es blieb bei ein paar kläglichen Versuchen. Das Alltägliche erschien mir zu banal, als dass es wert gewesen wäre die schönen, filigran mit Efeuranken verzierten Seiten mit Trivialität zu besudeln. Und für das wirklich Große schienen mir meine Worte zu einfältig.
Irgendwie wusste ich nicht wie das ging. Ich hatte das Gefühl etwas tun zu müssen, für das ich nicht bereit war. Vielleicht muss ich das hiermit - irgendwie - nachholen.
Heute ärgere ich mich, dass ich nicht die Ausdauer hatte beständig ein paar Stichworte darüber festzuhalten, wer ich damals war, wer ich sein wollte und somit auch, wie ich die wurde, die ich heute bin.
So bleiben mir nur die verwaschenen, bruchstückhaften Erinnerungen, die sich zu einem mehr oder weniger realistischen Bild meiner Vergangenheit puzzeln. An manchen Stellen ist das Bild klar und deutlich, überzeichnet, grelle Farben schreien mich an; verlieren sich anderswo in dichten lichtlosen Schwaden, wabern wie grauweißer Nebel über die Leinwand, hinter dem kaum Umrisse zu erkennen sind. Wo, wer, mit wem war ich da? Entweder ich war zeitweise völlig weggetreten, oder es ist der ganz normale Lauf der Zeit Details zu verdrängen, zu vergessen… Aber warum schaffen es Menschen immer wieder ein detailliertes Werk ihres Lebens zu verfassen, genannt Memoiren? Wahrscheinlich hübscht sich ein jeder Erinnerungen mit gut klingenden Anekdoten auf.
Ich kann kaum glauben, dass man sich an derart viele Details erinnern kann. Jeder besitzt eine Art Verdrängungsmechanismus, der mehr oder weniger erfolgreich Erlebnisse, Erfahrungen, Gefühle und Gedanken in ein Kostüm kleidet, das einigermaßen passt; mit dem es sich gut gehen lässt, ohne, dass ständig etwas kratzt, ziept oder scheuert.
Doch wächst der Mensch beständig – vor und zurück, in die Breite, Höhe, Tiefe – und dies bedarf hin und wieder einen Kleider- und Kostümwechsel. Und wer sich sein Leben nicht als Fertiggericht im Supermarkt kaufen will, muss selbst Hand anlegen, Nadel und Faden in die Hand nehmen und lernen aus alten Flicken und neuen Stoffen ein Gewand zu schneidern, das ihn wärmt, schützt, umschmeichelt, und hoffentlich noch viel Platz bietet einem Frierenden ein Stück abzugeben.
Ich versuche noch immer zu lernen, wie sich die Stücke zu einem Ganzen zusammenfügen lassen, ohne dass hier und da eine Naht reißt.
Vielleicht bin ich heute bereit… zu erinnern, zu puzzeln, zu malen, zu nähen…
Samstag, 8. Februar 2014
Alma... oder Die Tugendlose
Ich bin Manchen Heilige, Manchen Hure
denn ich liebe das Leben, das pure
das wie Feuer in meinen Adern brennt
weder Zwänge noch Grenzen kennt.
Ich trage Male auf Herz und auf Haut
bin Manchen zu schamlos und Manchen zu laut.
Ich zeige offen, was sie verbergen
verwahren in versiegelten Särgen
vor denen sie betend kauern
um ihr lebloses Leben zu betrauern.
Ich bin die, die beharrlich am Alltag aneckt
tote Wahrheiten zum Leben erweckt,
die Leib und Seele erschüttert und schmerzt
mit Lastern laut feiert und scherzt.
Ich bin die, die das Verbotene entblößt
so Manchem schmerzhaft vor den Kopfe stößt
nicht weil diesem das Geächtete fremd
sondern weil er sich für den Hunger schämt
und für die Gier verbotene Früchte zu pflücken
um sich maßlos an ihrer Süße zu entzücken.
Ich tu Dinge, die man einfach nicht tut
schwimme rastlos gegen die träge Flut
trage Kleider, die hier keiner trägt
weil ein jeder stets denkt und abwägt
ob dies eventuell, vielleicht oder nicht
den Gebräuchen und Sitten entspricht.
Kaum einer sieht den Mensch unterm Kleid
sieht mit Bestürzung, nicht selten mit Neid
dass noch Etwas in der Welt existiert,
das das Diktat der starren Sitten eliminiert,
und das Leben mit Attraktionen füttert
die diese Welt in ihren Grundfesten erschüttert.
Vielleicht bin ich wahrlich die Lasterhafte
die es zeitlebens nicht schaffte
ihr Leben der Tugend zu weihen
und ein scheinbar guter Mensch zu sein.
Doch egal was Manche sehen oder denken
und welche Ideen deren Gedanken lenken
bin ich in prächtigem Gewand und auch ohne
mit Besen, Schürze oder mit Krone
ganze unverstellt und eigentlich
nur mein ehrliches eigenes Ich.
Mittwoch, 22. Januar 2014
Rausch
Es gibt vortreffliche Gründe
dem Liebreiz der Sünde
zu unterliegen;
irgendwo abzubiegen
ohne Plan und ohne Pflicht
bei schummrigem Kerzenlicht
des Alltags‘ Gewand...
an den Haken zu hängen
und mit durstiger Hand
den Ernst des Lebens zu verdrängen.
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